Stadtführung 4: Ahlen 1933 - 1945

In der Stadt Ahlen befinden sich einige Gedenkstätten aus der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Während dieser ca. 1,5 Stunden dauernden geschichtlichen Führung erfahren Sie Wissenswertes über diese Zeitepoche.

 

1. Stolpersteine

Vom Kölner Künstler Gunter Demnig stammt die Idee, sogenannte Stolpersteine mit den Lebensdaten der jüdischen Opfer zu versehen und vor den Häusern zu verlegen, in denen diese zuletzt gewohnt haben.
Am 06.02.08 wurden die ersten Steine auf dem Rathaus-Parkplatz mit den Daten von sechs jüdischen Bürgern, die hier gelebt haben, verlegt. Durch diese Aktion soll ein Beitrag gegen das Vergessen von Opfern des Nazi-Regimes gesetzt werden.

2. Ehrenmal auf dem Marktplatz

Das Ehrenmal auf dem Marktplatz wurde 1896 für die Gefallenen der Kriege von 1864 (Preußen, Österreich-Dänemark), 1866 (Deutscher Krieg, Preußen-Österreich) und 1870-71 (Deutsch-Französischer Krieg) errichtet.

3. Jüdisches Mahnmal, Klosterstraße

Das Mahnmal an der Klosterstraße, am Platz der ehemaligen jüdischen Schule, erinnert an die ca. 300 Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Ahlen, die vom Nazi-Regime verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet wurden.

4. Eisenbahnschiene

Fast zu übersehen ist an der Ecke Klosterstraße/Klostergasse die Arbeit von Frank Mau. Im Bereich des Aufstellungsortes befand sich das kulturelle Zentrum der ehemaligen jüdischen Mitbürger, die in nationalistischer Zeit im Jahre 1939 aus Ahlen vertrieben wurden. Der Abtransport vieler Juden in Eisenbahnwaggons wird durch die Schiene wachgerufen.

5. Sydney-Hinds-Park

Dass die Übergabe der damaligen Lazarettstadt Ahlen an die Amerikaner am 31. März 1945 kampflos und unblutig erfolgte, ist vor allem zwei Männern zu verdanken, Oberfeldarzt Dr. Paul Rosenbaum und zum anderen US-Oberst Sidney R. Hinds. Beide Soldaten widersetzten sich Ihren Befehlen und übergaben bzw. übernahmen kampflos die Stadt Ahlen. Dr. Paul Rosenbaum wurde geehrt, in dem man den Kirmesplatz in der Zechenkolonie seinen Namen gab. Am 31.03.2001 wurde gegenüber dem Bahnhof eine Tafel zum Gedenken an Colonel Sidney R. Hinds enthüllt.

6. Jüdisches Mahnmal am Ostwall

Auf der öffentlichen Fläche im nordwestlichen Bereich des Sidney-Hinds-Parks, dem Ort des ehemaligen jüdischen Friedhofs, befindet sich das jüdische Mahnmal, bestehend aus einem Obelisk und drei Gedenktafeln. Ein umfassender Bedeutungswandel religiöser wie kultureller Natur ist durch die Installation thematisiert.

7. Mahntafel, Sigmund-Spiegel-Platz

In der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 09. auf den 10.11.1938 wurde die Synagoge an der Wandmacherstiege von NS Horden in Brand gesteckt. In dieser Nacht hetzten die Nazis den Ahlener Tuchhändler Siegmund Spiegel zu Tode. Eine Tafel in Höhe des Heimatmuseums, an der Wilhelmstraße 14, erinnert an dieses Verbrechen.

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