Schon im Jahre 1847 erhielt die Stadt Ahlen - die bereits 1974 ihr 750. Stadtjubiläum feierte - einen Bahnanschluß durch die Streckenlegung der Köln-Mindener-Eisenbahn. Ein erster wirtschaftlicher Schwerpunkt der landschaftlich reizvoll gelegenen und noch heute von landwirtschaftlichen Flächen umgebenen Stadt waren die zahlreichen ansässigen Emailbetriebe. Mit mehr als 1.600 Beschäftigten war Ahlen in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts ein bedeutender Schwerpunkt der Emailverarbeitung in Deutschland.
Im Jahre 1909 erreichte die Nordwanderung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet die Stadt Ahlen. Bis zur Schließung des Bergwerks am 30.6.2000 mit zuletzt noch 1.700 Beschäftigten zählte die Schachtanlage Westfalen nach der Eingliederung in die Ruhrkohle AG zu den modernsten Anlagen des Ruhrgebietes. Die Stadt Ahlen wandelt gemeinsam mit der RAG und dem Grundstücksfond NRW die großen Flächen der Schachtanlage I/II zu einem modernen Gewerbestandort um. Eine im Jahre 2004 gegründete Projektgesellschaft aus Stadt Ahlen und einer Mittelstandsinitiative hat die ehemalige Lohnhalle zu einem Starterprojekt mit einer Nutzfläche von 7.200 qm für einen Nutzungsmix aus Medien, Freizeit, Gesundheit und Kultur entwickelt. Ab Juli 2006 wird das attraktiv umgebaute Gebäude schrittweise genutzt.
Die Ahlener Wirtschaftsstruktur war jedoch keineswegs einseitig auf den Bergbau ausgerichtet. Das verarbeitende Gewerbe übersteigt mit fast 5.000 Beschäftigten erheblich die frühere Belegschaft der Schachtanlage. Eindeutiger Schwerpunkt ist die eisen-, blech,- und metallverarbeitende Industrie. Größter Arbeitgeber in diesem Wirtschaftsbereich ist die Winkelmann-Gruppe mit etwa 1.000 Arbeitsplätzen. Hervorzuheben ist die Firma Kaldewei, Europas größter Badewannenhersteller. Die international renommierte Firma Haworth stellt unter dem Markennamen Comforto hochwertige Bürostühle her, auch ein großer parfümerieerzeugender Betrieb - LR Health and Beauty Systems - hat in Ahlen seinen Produktionsstandort.
Die wirtschaftliche Struktur der Stadt Ahlen hat sich in den letzten Jahren weitgehend verändert. Im Verlaufe des Strukturwandels in den Jahren 2000 bis 2008 sind zwar etwa 600 Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe abgebaut worden, aber zahlreiche neue Dienstleistungsarbeitsplätze entstanden. Unter Berücksichtigung der Zechenschließung ist die Stadt Ahlen inzwischen in den wichtigen Förderprogrammen von Bund, Land und Europäischer Union vertreten.
Im Rahmen einer aktiven Wirtschaftsförderung unternimmt die Stadt Ahlen seit Jahren erhebliche Anstrengungen, um ansiedlungswilligen und expandierenden Betrieben geeignete Flächen anbieten zu können. Das über 90 ha große Industriegebiet Ost ist zu einem attraktiven Standort ausgebaut worden. Mit einer umfangreichen Förderung durch die "Zukunftsinitiative Montanregionen" wurde der neue Natur- und Gewerbepark Olfetal mit einer Gesamtfläche von über 73 ha erschlossen. Die Stadt Ahlen erhielt damit einen nach der Landeszielsetzung "Arbeiten im Park" konzipierten Gewerbepark und stellt sich überregional als interessanter und bevorzugter Standort für Betriebsansiedlungen dar. Inzwischen sind hier fast alle städtischen Reserveflächen an derzeit 15 Betriebe veräußert worden, die mehr als 100 Mio. € in neue Betriebsanlagen investiert haben.
Basierend auf einem kommunalen Gewerbeflächenkonzept wurden mit Hilfe des Landes und der Europäischen Union weitere Gewerbegebiete entwickelt. Der Ausbau der Gewerbegebiete Vatheuershof und Kleiwellenfeld eröffnet Ansiedlungsmöglichkeiten vor allem für kleine und mittlere Betriebe.
Mit dem 1995 eröffneten Gründer - und Dienstleistungszentrum Ahlen (GDZ) konnte innenstadtnah eine besondere Adresse für Gründer und junge Unternehmen geschaffen werden. Die Anfang 2001 gegründete WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH mit Sitz im GDZ entwickelt neue dynamische Impulse in den Aufgabenbereichen Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Neben der Stadt Ahlen ist auch die Stadtmarketingvereinigung Pro Ahlen Gesellschafter der WFG.
Selbstverständlich verfügt die Stadt Ahlen über günstige Anschlüsse an das überörtliche Verkehrsnetz. Die Bundesstraße B 58 führt in Ost-West-Richtung durch das Stadtgebiet. Im Osten ist die Autobahn A2 - Richtung Hannover - in 10 km erreichbar, im Westen nach 20 km die Autobahn A 1 - Richtung Bremen - . Im südlichen Stadtgebiet befindet sich ein weiterer Anschluß an die Autobahn A 2 - Richtung Ruhrgebiet - in 10 km Entfernung.
Innerhalb des 123 Quadratkilometer großen Stadtgebietes konzentriert sich die Bevölkerung auf den Siedlungsschwerpunkt Ahlen, lediglich die beiden Ortsteile Dolberg und Vorhelm befinden sich in peripherer Lage. Die Stadt verfügt insgesamt über mehr als 80 % land- und forstwirtschaftliche Flächen. Als Parklandschaft des Münsterlandes erfolgte in den letzten Jahren eine verstärkte touristische Nutzung. Eine wichtige Funktion erfüllt hier der 2007 fertiggestellte Werseradweg. der neue Radweg auf der alten Zechenbahntrasse wurde in 2008 fertiggestellt.
Der Einzelhandel in der Innenstadt weist eine erhebliche Anziehungskraft auf benachbarte Orte auf. Nach einer umfassenden Stadtsanierung wurde die neue Fußgängerzone im April 1989 fertiggestellt. Im Zusammenhang mit umfangreichen Investitionen der ansässigen Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe konnte seither eine weitere Attraktivitätssteigerung der Innenstadt festgestellt werden. Das im Frühjahr 2000 fertiggestellte Marktkauf-Kaufhaus am Ostrand der Innenstadt erweist sich als besonderer Kundenmagnet.
Zusätzliche städtebauliche Investitionen wurden im Kultur- und Freizeitbereich vorgenommen. Die Umgestaltung eines ehemaligen Fabrikgebäudes im Stadtkern zu einem soziokulturellen Bürgerzentrum hat ebenso stattgefunden wie der Umbau des ehemaligen Hallenbades zu einem großzügigen Freizeit- und Spaßbad. Der Umbau einer ehemaligen Fabrikantenvilla zu einem Kunstmuseum ermöglicht die Durchführung von viel beachteten Ausstellungen mit überregionaler Ausstrahlung. Das bereits zum 24. Mal durchgeführte Stadtfest hat in der Jahresmitte 2009 auf dem historischen Marktplatz die Ahlener Bürger und - wie in den vergangenen Jahren - zahlreiche Gäste aus benachbarten Städten in die Innenstadt geführt.