Reden ist ein gutes Rezept

Interview mit dem neuen Pro-Ahlen-Vorsitzenden Peter Schmidt


Die 100-Tage-Frist liegt gerade hinter ihm. Peter Schmidt von der Sparkasse Münsterland-Ost trat am 1. Juli die Nachfolge von Dieter Ritter als Vorsitzender von Pro Ahlen an. Im Gespräch mit AZ-Redaktionsleiter Peter Harke schaut Schmidt auf die vor ihm liegenden Aufgaben und Ziele.

Herr Schmidt, Sie sind seit dem 1. Juli als Vorsitzender von Pro Ahlen im Amt. Haben Sie in der Nachfolge von Dieter Ritter das Gefühl, in sehr große Fußstapfen getreten zu sein?

Schmidt: Es gilt der alte Spruch: "Wer in die Fußstapfen eines anderen tritt, hinterläßt keine eigenen Spuren!" Aber im Ernst, ich sehe meine Arbeit in großer Kontinuität zu meinen Vorgängern, das zeigt übrigens insbesondere auch die Tatsache, dass mit Susanne Block, Edgar Behrens, Carsten Heitfeld und Jürgen Henke der alte Vorstand fast komplett weitermacht und Bernd Münstermann als mein Stellvertreter und ich deshalb auf viel Erfahrung zurückgreifen können.

Haben Sie schon den Überblick, wo Sie Ihre Schwerpunkte für Pro Ahlen setzen wollen?

Schmidt: Ganz wichtig ist mir die Mitgliederpflege. Das steht für uns an erster Stelle. Also, was bewegt unsere Mitglieder, welche Wünsche an unsere Arbeit bestehen, wo und wofür soll sich der Vorstand einsetzen? Deshalb haben wir auch bereits eine erste Umfrage bei unseren Mitgliedern gestartet!

Das ist aber nicht alles?

Schmidt: Natürlich nicht. Unser Verein hat drei maßgebliche Ziele, als da sind die Schaffung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas in Ahlen, nachhaltige Stadtentwicklung und Imagepflege. Daran arbeiten viele Akteure mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Deshalb ist die Vernetzung unserer Arbeit von enormer Bedeutung und darum suchen wir den Kontakt zu den lokalen Entscheidungsträgern und versuchen, die an uns herangetragenen Wünsche aus der Wirtschaft und die vom Vorstand selbst erarbeiteten Handlungsfelder an die Politik, an die Verwaltung und viele andere Stellen, zum Beispiel die IHK, heranzutragen.

Mischen Sie sich dann auch ein?

Schmidt: Selbstverständlich. Wir werden niemandem in seine Zuständigkeiten hineinreden, wir werden aber schon versuchen, nennen wir es mal so, wirtschaftsfreundliche Entscheidungen herbeizuführen. Auch deshalb diskutieren wir bei vielen Themen wie zum Beispiel dem Sporthallenbau mit.

Das klingt nach einem Fulltimejob?! Sie und Ihre Mitarbeiter sind aber ehrenamtlich tätig!

Schmidt: Da sind wir bei einem sehr wichtigen Punkt. Bei unserem Partner, der WFG, von der wir die notwendige Zuarbeit, die Hintergrundinformationen, die professionelle Begleitung für unsere Arbeit bekommen.

Wie sehen Sie denn die Zukunft der WFG?

Schmidt: Pro Ahlen ist der Geburtshelfer der WFG. Es gehört zum Selbstverständnis unseres Vereins, dass wir mit einer Wirtschaftsförderung zusammenarbeiten, die ausdrücklich selbständig ist, sich nicht für jede Pressemitteilung mit der Stadt absprechen muss, ein eigenes Budget hat, auf Augenhöhe agiert und sich nicht in Rathausfluren verliert.

Sie sind also mit der Arbeit der WFG zufrieden?

Schmidt: Was heißt zufrieden? Zufriedenheit ist die erste Stufe zum Stillstand. Es muss ständig nachgesteuert werden und wir sehen uns als ständiger kritischer Hinterfrager der Arbeit der WFG, aber nicht als Hinterfrager der WFG als solcher. Die WFG ist für uns gesetzt! Und im übrigen ist mein Eindruck sicher nicht falsch, denn er wird mir von vielen Seiten bestätigt: Wir haben in Ahlen ein großes Kommunikationsproblem.

Ich will der Politik keine Ratschläge erteilen, fände es aber sehr gut, wenn man mit und nicht über die WFG redet. Das ist überhaupt ein sehr gutes Konzept!

Abschlussfrage: Wo sehen Sie Ahlen zurzeit?

Schmidt: Als Stadt mit hervorragenden Potenzialen, die allerdings gehoben, und mit tollen Chancen, die genutzt werden müssen. Am liebsten gleich morgen.

Quelle: Ahlener Zeitung vom 16.10.2010